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Zocker-Girls

Der MekoTalk mit Zeyni zum Thema Gaming

Beim Thema Gaming kommt schnell ein altes Bild in den Kopf: Nerdige Männer in Jogginghose und mit Chipskrümeln auf dem zu kurzen Tshirt, in einem abgedunkelten, unordentlichen Zimmer vor dem leuchtenden Bildschirm sitzend und am Joystick drehend.

Höchste Zeit, mal das gängige Bild aufzubrechen und zu kucken, wie es denn wirklich ist. Viel Spaß beim MekoTalk mit Zeyni! Wir reden über Gaming-Klischees, schauen in die Gamingsszene und die Zocker*-Community, klären über Gamingsprache auf und reden über die Spielentwicklung der letzten Jahre. Wir fragen uns: Warum spielen wir eigentlich so gerne und was bringt uns das Spielen? Dieser MekoTalk ist geeignet für Noobs und für Nerds! (Vorkenntnisse werden nicht gebraucht, Fachkenntnisse lassen schmunzeln)

Über Zeyni

Zeyni ist Anfang 20 und Gamerin. Angefangen hat sie mit etwa acht Jahren mit Nintendo DS, Zelda und Spyro. Als Kind hat sie ihrem Onkel über die Schulter geschaut, heute ist sie eine der wenigen Frauen, die regelmäßig zockt und auch ziemlich erfolgreich dabei ist. Natürlich hat sie über die Jahre immer wieder mit Sexismus zu tun gehabt: „Oh nein, ich verliere gegen ein Mädchen!“ oder „Oh, du zockst, du bist bestimmt eine Heilerin“ oder „Du spielst wie ein Mädchen“. Als Frau in der Gamingszene steht dein Geschlecht im Fokus: Entweder wirst du schon fast übertrieben gefeiert oder erst einmal verunglimpft und belächelt. Zeyni selbst nimmt das Thema eher locker und beweist durch Können, anstatt durch lange Gespräche, dass diese sexistischen Vorurteile Schwachsinn sind. „Die unzähligen Diskussionen halten mich vom Spielen ab. Ich will halt zocken, dann sehen sie schon, was sie davon haben“. Aber müssen sich Gamerinnen echt immer erst beweisen, um mitmachen zu können und ernst genommen zu werden? Diese Vorurteile sind uralt, nervig, unangebracht und klar sexistisch. „Mädchen zocken genauso gut, oder schlecht, wie Jungs. Da macht man einfach keinen Unterschied. So einfach ist das. Das Geschlecht ist eigentlich total egal“, sagt Zeyni dazu. Anscheinend ist es gesellschaftlich aber immer noch nicht egal, welches Geschlecht Menschen haben. Warum ist es ein größeres Ding, wenn Mädchen spielen? Warum ist Gaming eine Jungs- und Männerdomäne? Warum gibt es Sexismus in der Gamingszene?

Feminismus in der Gamingszene

Warum wir einen Geschlechterunterschied beim Computerspielen machen ist schwierig zu beantworten. Dafür finden wir aber umso mehr Klischees: Computerspiele werden oft mit Shootern gleichgesetzt, was eher als ein Jungsding, als ein Mädchending bewertet wird. Während Jungs eher Spielekonsolen geschenkt bekommen, spielen Mädchen mit Puppen. Während der Mann mit seinen Jungs mal ’ne Runde zocken will, trifft sich frau mit ihren Mädels bei Aperol Spritz. Vielleicht sollten wir als Gesellschaft genau diese Klischees hinterfragen. Haben Mädchen und Jungs den gleichen Zugang zu (Computer)Spielen? Gibt es geschlechterspezifische Unterschiede beim allgemeinen Spielen und warum? Können wir die Geschlechterfrage streichen?

In Computerspielen (Filmen, Büchern und sämtlichen popkulturellen Werken) wird viel mit Stereotypen gearbeitet. Charaktere werden nach dem gängigen Schönheitsideal gezeichnet und meist noch überspitzt dargestellt: Frauen mit wenig Kleidung und enorm großen Brüsten auf der Wespentaille, während der muskulöse Mann unter seiner Rüstung kaum zu erkennen ist. Spannend wird es, wenn das Spiel viele Möglichkeiten zur eigenen Charaktererstellung bietet. Wen entwerfen wir? Welche Rolle nehmen wir ein? Welches Geschlecht und welche körperlichen Attribute fügen wir bei? Warum? Warum machen wir uns einen „schönen“ Charakter und was ist eigentlich „schön“?

Wollen wir uns auch pädagogisch mit dem Thema Gaming beschäftigen, sollten wir auch über Rollen- und Geschlechterbilder sprechen. Das JFF hat in der Broschüre „Gamegirls und Gameboys“ eine kurze interessante Übersicht erstellt. Die Amadeu-Antonio- Stiftung hat einen eigenen Themenkomplex zu Gaming aus der zivilgesellschaftlichen Perspektive entwickelt.

Ziel ist letztendlich, keinen Unterschied zwischen den Geschlechtern zu machen, das Thema vorurteilsfrei zu behandeln und die verschiedenen Spielerfahrungen wahrzunehmen. Wie dieser Themenkomplex weitergehend pädagogisch aufgegriffen werden kann, ist in der Kategorie Meko Machen nachzulesen.

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